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Tagebuch der Apokalypse von J.L. Bourne — Buchclub

JL_Bourne_Tagebuch_der_Apokalypse

An alle Überlebenden!

Dies ist das handgeschriebene Tagebuch eines Mannes, der durch die zerstörten und verlassenen Städte streift – auf der Flucht vor dem Grauen, das über die Menschheit gekommen ist.

Das Tagebuch eines Mannes, der die Zukunft der Zivilisation in Händen hält …

Ein Mann, der als Marieneoffizier tätig ist, berichtet in seinem Tagebuch, welches er als Neujahrsvorsatz führt, von seinen Erlebnissen. Zunächst befindet er sich bei seinen Eltern und macht Heimaturlaub, bevor er wieder nach San Antonio in seinen Alltag zurückkehrt.

Nachrichten verfolgt er oft im Fernsehen. Es wird von einer Art Grippe, welche sich rasant in China ausbreitet, berichtet. Die Berichte häufen sich von Tag zu Tag, was ihn misstrauisch werden lässt. Er beginnt Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, beschafft sich Konservendosen an Lebensmitteln aber auch Bretter, um notfalls die Fenster einbruchssicher zu machen.

Und dann ist es soweit. Die Seuche hat sich auch in Amerika ausgebreitet, zieht von Stadt zu Stadt. Nirgends scheint es mehr sicher zu sein. Untote laufen durch die Gegend, ständig auf der Jagd nach Lebenden, um diese zu verspeisen und ebenfalls in die Welt der Untoten zu befördern.

Nach einer gewissen Zeit freundet er sich mit seinem Nachbar John, einem Ingenieur, an. Einen Freund zu haben in solch einer Zeit tut gut …

Das Buch hat sich quasi in einem Rutsch gelesen. Die Geschichten, die dieser überlebende Unbekannte erlebt und in seinem Tagebuch mit uns Lesern teilt, fesseln ungemein. Der Schreibstil wirkt förmlich dahingeschmettert, keine Zeit für Grammatik und große Umschreibungen, eben genauso wie es vermutlich sein muss, wenn derjenige, der die Zeilen verfasst, ständig auf der Flucht vor dem unmittelbaren Tod ist. Mich hat das Buch umgehauen und Lust auf mehr gemacht. Immer wieder brachten mich kleine sarkastische Einschübe in den Erzählungen zum Schmunzeln, zum Beispiel „Der stinkende Drecksack, der mich angriff, war höchstwahrscheinlich identisch mit dem Gourmet, der den Mechaniker gekostet hatte.“(S. 95/95). Aber auch andere Stellen waren äußerst komisch. Hin und wieder schub J.L Bourne aber auch Passagen aus dem früheren Leben ein, wie den Bezug zu der verspäteten Abgabe der Steuererklärung in diesem Jahr. Diese Einschübe verdeutlichen den Lesern, wie tief verankert irgendwo noch der Wunsch oder die Hoffnung des anonymen Verfassers des Tagebuchs nach dem früheren Leben ist, auch wie klein die Probleme aus der damaligen Zeit waren. Vor allem wie klein das Problem einer verspäteten Steuererklärungsabgabe im Vergleich zum täglichen Überlebenskampf doch ist.

Dennoch war nicht alles perfekt an dem Buch. In meiner Ausgabe gab es gerade zu Beginn, wo der Leser erst damit beginnt sich in die Handlung zu verlieben, häufig Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler – kleine Wortendungen, die vergessen wurden bei der Übersetzung. Kurz habe ich über ein stylistisches Mittel dabei nachgedacht, den Gedanken dann aber schnell verworfen. Mit der Zeit legte sich dieses Problem zum Glück. Ich weiß nicht so ganz, warum, aber irgendwie habe ich in Büchern ein Problem mit häufig auftretenden Fehlern. Und dabei sollte ich bei sowas den Mund nicht zu weit öffnen. Schließlich mache ich auch sehr häufig Fehler in meinen Texten. ;)

Anstrengend fand ich auch einen Tagebucheintrag, der mitten im Satz endete (S. 143). Vermutlich hat mich dieser eine Eintrag gestört, weil ich von Anfang an des Buches fest damit gerechnet habe, das so etwas mindestens einmal im Buch vorkommen wird, um zu unterstreichen, in welcher Eile und unter welchen Umständen er das Tagebuch verfasst. Das kam aber nur einmal vor. Vermutlich also auszuhalten und für viele auch genau das, was sie sich wünschen von einem Buch dieser Art.

Für mich steht fest: Ich werde mir die weiteren Teile schnell besorgen und hoffentlich genauso verschlingen und genießen wie dieses Prachtexemplar eines Zombie-Buches. ;)

Kurze Infos zum Autor J.L. Bourne:

  • geboren in Arkansas
  • hauptberuflich als US-amerikanischer Marineoffizier gearbeitet
  • nutzt jede freie Minute zum Schreiben

 

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