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Denn niemand ist ohne Schuld von Thomas Gotthardt — Resümee

(In freundlicher Zusammenarbeit mit dem Autor)

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Kennst du schon? Denn niemand ist ohne Schuld von Thomas Gotthardt - Ausblick

Titel: Denn niemand ist ohne Schuld
Autor: Thomas Gotthardt
Verlag: epubli; Auflage: 2 (13. September 2017)
Taschenbuch: 152 Seiten

Kurz und Knapp: Philipp zählt zu den hochbegabten Schülern des Abiturjahrgangs und dennoch hat er ein Problem, er neigt zu Gewaltausbrüchen, prügelt sich fast jeden Tag. An diesem einen Tag ist es aber noch extremer, vieles läuft schief und Philipp sieht endgültig rot.

Keywords: Amoklauf, Gewalt, Liebe, Familienzusammenhalt

Charaktere im Buch:
Thomas_Gotthardt_Denn_niemand_ist_ohne_Schuld_(Charaktere)


Phil beschreibt seine Morgenroutine, ein echtes Gewohnheitstier.

Er frühstückt irgendwas mit Nutella oder auch mal ein Müsli, braucht sechs Minuten zu Fuß bis zur Bushaltestelle, von der aus er sich über verschiedene Zwischenstationen zur Schule begibt. Und das jeden Tag.

Doch heute ist es anders. Ein kurzer Schupser sorgt dafür, dass er beim Aussteigen aus dem Bus auf ein brünettes Mädchen fällt, wodurch er auch prompt seinen Anschluss verpasst. Wirklich böse ist er darüber aber nicht, auch wenn er nur deshalb verspätet zur Matheklausur erscheinen wird. Immerhin hat er jetzt einen Grund das Mädchen am nächsten Tag anzusprechen. Er kann sie fragen, ob es ihr nach dem Sturz gut geht. Vielleicht der Beginn der großen Liebe.

Bevor ich mich dem tatsächlichen Inhalt des Buches in meiner Rezension widme, möchte ich kurz auf das Cover zu sprechen kommen. Das ist für mich leider eine Katastrophe. Es wird dem Inhalt des Buches einfach nicht gerecht und, auch wenn die Farbwahl optisch zusammenpasst, wirkt es einfach trist und nicht ansprechend. Ein Cover muss es aber einfach schaffen direkt Lust auf mehr zu machen. Ich muss Lust bekommen das Buch aufzuklappen und mich in den Inhalt zu verlieren. Das schafft das Cover leider gar nicht. Zum Glück entspricht der Inhalt dem Cover so gar nicht, denn die Story überzeugt.

Der Leser erlebt aus vier unterschiedlichen Perspektiven den Tag eines Amoklaufs an einer Schule. Zunächst aus der Perspektive des Täters, dem eigentlich begabten Schüler Philipp. Kurz nachdem Start des Buches beschreibt eine kurze Passage Philipp’s Wesen bereits recht treffend:

„Meine Noten sind herausragend, meine Selbstkontrolle gerade in Ordnung (mehr aber auch nicht), das Verhältnis zu meiner Schwester optimal und das zu meinen Eltern normal. Also alles bestens. Eigentlich. Bis auf meine Probleme. (S. 7-8)

Er ist intelligent, neigt aber zu Gewaltausbrüchen. Im Klappentext steht beschrieben, dass eine falsche Entscheidung den Zünder betätigt und Philipp zu der Tat bewegt, die letzten Endes so verheerende Auswirkungen auf viele Leben hat. Für mich ist es schwierig festzumachen, welche das genau ist. Vermutlich etwas, das er im Anschluss an das Kennenlernen einer Oma in der S-Bahn entscheidet. Das ist wohl diese eine falsche Entscheidung, die dann wie eine Kettenreaktion zu dem führt, was es am Ende wird. Ich möchte jetzt natürlich nicht spoilern und deswegen nicht zu viele Details preisgeben, weshalb ich auf die Entscheidung auch nicht näher eingehe.

Die weiteren Perspektiven, aus denen der Leser den Tag erlebt sind sehr unterschiedlich. Zum einen ist da die Sicht von Melle, der Schwester von Phil. Mit ihr hat er ein inniges Verhältnis, obwohl Melle sich natürlich auch so ihre Gedanken über die Gewaltprobleme ihres Bruders macht, ihn aber zu sehr liebt, um da konsequent nachzuhaken. Zum anderen erfährt der Leser die Sicht von Rob, ein Klassenkamerad von Phil. Beide können sich so gar nicht leiden, stehen sie doch auf das gleiche Mädchen. Die letzte Perspektive ist die des Schulrektors Herr Rappold. Ein Lehrer, der von den Problemen seines Schülers schon viele Jahre weiß, aber immer noch an das Gute in ihm glauben möchte. Vielleicht aus Optimismus, vielleicht aber auch nur aus Trägheit.

Die Charaktere und Sichtweisen sind gut gewählt. Auch der Schreibstil und die Art die Geschichte zu erzählen gelingen dem Autor perfekt. Generell bin ich ein Fan von schnellen actionreichen Handlungen in Kombination mit kurzen knappen Sätzen und einem trockenem Humor. Gotthardt ist kein Fan von langen Umschreibungen, es geht Schlag auf Schlag, was perfekt zu einem so gewaltvollen Akt, wie dem eines Amoklaufs, passt.

Meine Bewertung zum Buch:

Story

Originalität

Spannung

Überraschungseffekt

Schreibstil

Weiterempfehlung

Gesamt

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