Titel: Das Beste sind die Augen
Autorin: Monika Kim
Verlag: kiwi space (3. Juli 2025)
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Nach der Trennung ihrer Eltern gerät Jiwons Leben ins Chaos – und der neue, selbstgefällige weiße Freund ihrer Mutter macht alles nur schlimmer, indem er sie und ihre Schwester fetischisiert und ihre Kultur verhöhnt. Jiwons Gedanken werden immer radikaler. Wie weit wird sie gehen, um ihre Familie zu retten?
Keywords: zerbrochenes Familienleben, Uni-Alltag, Vorurteile, Feminismus, Auge um Auge, Mord
Im Buchclub haben wir mit einer neuen Buchrunde gestartet und wieder einmal haben es vier Vorschläge in den Lostopf geschafft (jede von uns darf einen Titel wählen). Als erstes Buch wurde der Debütroman oder eher -thriller der koreanisch-amerikanischen Autorin Monika Kim ausgelost – nicht mein Vorschlag.
Ich hatte eine längere Lesepause, habe höchstens noch Buchclub-Bücher in die Hand genommen und versucht zu beenden. Die Betonung liegt auf „versucht“, geschafft habe ich es nicht immer. Entsprechend ging ich mit wenig Erwartungen an dieses Buch heran, wenig Erwartungen bezogen darauf, ob ich es überhaupt auslese und wenig Erwartungen in Bezug auf den Inhalt. Der Klappentext hat mich auch nicht angesprochen – zu schräg, zu wenig glaubhaft. Und trotzdem habe ich es beendet, in relativ kurzer Zeit.
Ich kann nicht von mir behaupten, dass mich die Story abgeholt hat. Im Kern geht es um ein zerbrochenes Familienleben. Der Vater Appa hat seine Frau Umma und seine zwei Töchter Ji-won und Ji-hyuns für eine andere, wie es das Klischee will: Jüngere, verlassen, um ein neues Leben zu beginnen. Umma ist am Boden zerstört und die Töchter wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen, vermissen ihren Appa selbst. Aus der Ich-Perspektive erzählt, erfahren wir Leser, wie es Ji-won, der älteren Tochter, geht und was sie umtreibt. Vor allem ein Schlüsselmoment prägt das Buch und die Handlung. Nach einer alten koreanischen Tradition bringt es Glück Fischaugen zu essen. Umma hat dies in ihrer Kindheit gelernt aber nie selbst ausprobiert, zu groß war der Ekel. Doch auf einmal tut sie es vor den Töchtern, die völlig angewidert und geschockt erstarren. Wenige Tage später, vor allem um ihrer Umma eine Freude zu bereiten, probiert sich Ji-won auch an einem Fischauge. Von dem Augenblick an wandelt sich ihr Leben, nimmt die Handlung im Buch einen anderen Weg ein. Langsam schlägt Ji-won den Weg einer Serienmörderin ein und wir Leser begleiten sie dabei.
Hass auf Männer, wie den neuen weißen selbstgefälligen Freund ihrer Mutter (George), prägen ihre Entscheidungen. Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen ebenso wie Vorurteile, kulturelle Hintergründe und Rassismus. Die Einflechtung dieser Themen empfand ich stellenweise als gelungen aber oftmals auch als zu plakativ, so dass es mir schwer fällt damit umzugehen.
Generell lese ich sehr gerne etwas über Mörderinnen, vor allem weil Geschichten rund um Mörder immer noch dominieren, aber sie müssen schon gut gemacht sein. Hier war es mir persönlich zu schräg. Da halfen auch die explizit beschriebenen widerlichen Szenen der herausgetrennten und verspeisten Augen nichts. Zudem war die Auflösung zu einfach gemacht und daher nicht so richtig glaubhaft. Alles in allem für mich ein Horrorthriller, den man gelesen haben kann aber definitiv nicht muss.
Meine Bewertung zum Buch:
Story
Originalität
Spannung
Überraschungseffekt
Schreibstil
Weiterempfehlung
Gesamt