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Brennweite von Bernhard Aichner — Resümee

(In freundlicher Zusammenarbeit mit dem btb Verlag)

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Kennst du schon? Brennweite von Bernhard Aichner - Ausblick

Titel: Brennweite
Autor: Bernhard Aichner
Verlag: btb Verlag; Originalausgabe Edition (21. März 2022)
Broschiert: 352 Seiten

Kurz und Knapp: Der Pressefotograf David Bronski genießt mit seiner Kollegin und Freundin Svenja Spielmann den gemeinsamen Urlaub, als sie von einem Mönchen hören, der viele Jahre blind durchs Leben gegangen ist und jetzt wie durch ein Wunder sein Augenlicht wiedererlangt hat. Von ihrer Neugier getrieben, müssen sie sich das natürlich näher ansehen. Liegt hier wirklich ein Wunder vor oder ist alles Lug und Trug?

Keywords: Pressefotograf, Mönch, Glaube, Messias, Ermittlungsarbeit

Charaktere im Buch:
Bernhard_Aichner_Brennweite_(Charaktere)


Erich Corga, ein Mönch, der seit einem schrecklichen Autounfall nicht nur ohne Eltern, sondern auch ohne Augenlicht leben muss, erwartet ein weiterer Schicksalsschlag. Seine große Liebe stürzt vom Kirchturm in den Tod.

Es dauert nicht lange und er rastet aus, tobt in der Kirche, schlägt Heiligtümer kaputt und als er durch einen Schlag der Statue der heiligen Maria das Bewusstsein verliert, passiert das Unfassbare. Er hat sein Augenlicht zurück.

Als David Bronski und seine Gefährtin Svenja Spielmann von diesem vermeintlichen Wunder in ihrem gemeinsamen Urlaub erfahren, zögern sie nicht lange und fahren hin, um sich selbst ein Bild davon zu machen.

Bernhard_Aichner_Brennweite_(Extra)

Vorweg. Die Art und Weise, wie Aichner Sätze bildet und seine Geschichten entwickelt ist einzigartig. Kaum ein Autor versteht es mit so wenigen Worten sowie kurzen Formulierungen eine Spannung aufzubauen, die mitreißt, so wie er. Allgemein besitzen nur sehr wenige Autoren das Talent prägnant ohne Umschreibungen zu arbeiten. Das allein macht Aichner für mich schon zu einem absoluten Ausnahmetalent. Und dieses Talent zeigt er auch im dritten Band der Reihe um den Pressefotografen David Bronski auf brillante Weise.

Seine einprägsamen direkten Formulierungen sorgen für einen schnellen Spannungsaufbau, selbst dann noch, wenn der Inhalt der gestalteten Geschichte nicht fesselt. Erich Corga, ein Mönch, der vor vielen Jahren sein Augenlicht verloren hat, kann nun plötzlich wieder sehen. Aber das alleine ist nicht genug, er kann jetzt auch noch Unglücke voraussagen und wird schnell als neuer Messias gehandelt. Liegt hier wirklich ein Wunder vor oder ist alles Lug und Trug? Die Thematik des starken Glaubens und dem Vorhandensein von Wundern, einem Messias, … ist einfach nicht meins. Umso mehr muss ich an dieser Stelle Aichner loben. Er schafft es selbst dann noch mich zu fesseln, wenn mich die Handlung nicht interessiert. Das gelingt nicht vielen, doch ihm schon.

Nichtsdestotrotz war der Band aus der Reihe für mich bisher der schwächste. Einerseits liegt das an der Geschichte, die mich nicht ganz einnehmen konnte, andererseits liegt das an dem deutlich geringeren Fokus auf die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten David und Svenja. Gerade diese habe ich die letzten Bände sehr genossen: Wie sie sich entwickelt, den Sarkasmus in den Gesprächen, wie sie füreinander da sind, …  All das gibt es jetzt auch, aber niederschwelliger, fast schon etwas zu Ende erzählt.

Auch, wenn mich dieser Teil der Reihe nicht gänzlich überzeugen konnte, habe ich das Lesen genossen und werde auch die Folgebände lesen, denn Aichner bleibt seiner herausragenden Kunst des einfachen Schreibens treu. Die Kapitel sind kurz und knackig, zeitweise wird der Dialogstil gewählt und zeitweise die Perspektive der Protagonisten eingenommen. Erzählt er aus Bronski’s Sicht, wählt er die Ich-Perspektive, erzählt er beispielsweise aus Svenja’s Sicht, nutzt er die Er/Sie-Perspektive. Das macht er geschickt.

Insgesamt zeigt Aichner auch mit diesem Band wieder einmal, dass er das Schreiben wie kaum ein anderer beherrscht. Mit seiner prägnanten Erzählweise schafft er eine originelle Geschichte, die gut unterhält.

Meine Bewertung zum Buch:

Story

Originalität

Spannung

Überraschungseffekt

Schreibstil

Weiterempfehlung

Gesamt

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