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Beutezeit von Jack Ketchum — Buchclub

Jack_Ketchum_Beutezeit_(Buchclub)

Titel: Beutezeit
Autor: Jack Ketchum
Verlag: Heyne Hardcore; Auflage: 1. Auflage (1. Oktober 2007)
Taschenbuch: 288 Seiten

„Wenn Menschen zu Bestien werden.
Drei junge Paare wollen eine Urlaubswoche in einem abgelegenen Ferienhaus an der amerikanischen Ostküste verbringen. Was sie nicht wissen: Die Gegend wird von einer Gruppe Verwahrloster heimgesucht, die unter primitivsten Bedingungen leben und Urlauber nur als Beute betrachten. Die Jagd beginnt …“

Keywords: Kannibalismus, Liebe, bestialisch, brutal


Ein kleines Mädchen, etwa sechs Jahre alt, läuft in zerfetzten Kleidern nachts am Straßenrand entlang und hält sich die Hände schützend vor ihr weinendes Gesicht.

Eine Frau im vorbeifahrendem Auto bemerkt das Mädchen und parkt ihren Wagen an der Seite, um nach dem Mädchen zu sehen. Sie vermutet einen Unfall oder Vergewaltigung, doch das Mädchen lächelt sie nur an.

Die Frau erkennt die unmittelbare Gefahr und rennt ins Gestrüpp, vorbei an Ästen, die blutige Schmieren in ihre Haut kratzen, ins Dunkle. Doch die lachenden Stimmen, Kinderstimmen, kommen immer näher. Die Frau schafft es. Sie springt über eine Klippe hinab ins Meer…

Es erfolgt ein Übergang im Buch zu Carla, die sich zusammen mit ihren Freunden, ein paar schöne freie Tage im Wald machen möchte, bevor sie ihrer Arbeit als Lektorin nachgeht. Ihre Freunde treffen bald ein und sie bereitet das Haus schon mal darauf vor.

Nach einem etwas langsamen Einstieg in das Buch, schockt im letzten Buchdrittel gefühlt jede Zeile mehr als die zuvor. Das Buch ist an Brutalität meiner Meinung nach kaum zu überbieten, auch das Ende hat mich absolut umgehauen. Es kam alles schon ziemlich unerwartet.

Extrem gefallen hat mir an dieser Ausgabe das formulierte Nachwort von Jack Ketchum. „Beutezeit“ war sein erstes Buch und hier beschreibt er, wie erfreut er darüber war, dass sich doch tatsächlich ein Verlag dazu bereit erklärt hat sein Werk zu veröffentlichen und wie offen er anfangs noch gegenüber geforderten Änderungen war. Die Diskussionen über verlangte und von ihm akzeptierte Änderungen war wahnsinnig interessant. Erschreckend war auch, dass in der Originalausgabe das Ende des Buches (welches ich hier aus Spoiler-Gründen selbstverständlich nicht thematisieren werde ;)) ein gänzlich Anderes war, als vorgesehen. Einfach, weil der Verlag es so verlangt hat. Mit den Jahren hat es der Autor ja zum Glück geschafft eine nicht ganz unbeachtliche Fangemeinde aufzubauen und konnte sein Buch doch nochmal mit seinem ursprünglich gewollten Ende veröffentlichen. Diese Version des Buches beinhaltet die originale Auflösung.

Wie bisher jedes Mal, hat sich unser kleiner Buchclub auch dieses Mal wieder zum Frühstück verabredet. Auch wenn wir ziemlich lange darauf warten mussten unser Frühstück zu bekommen, hat es am Ende doch recht gut geschmeckt.

Meine wohl größte Erkenntnis des Treffens: Die anderen fanden das Buch gar nicht mal so schockierend brutal. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich immer schon erzählt habe, wie brutal ich einige Textpassagen fand und die anderen dadurch wiederum etwas voreingenommen an das Buch herangegangen sein könnten, zumal ich es (wenig überraschend, da der Vorschlag von mir kam ;)) auch als Erste beendet hatte. Wir gehen nun mal auch nicht gänzlich ohne uns vorher mal kurz nebenbei über das aktuelle Buch auszutauschen in die Treffen und das führt nun mal einfach auch ein bisschen zu Beeinflussung ;)

Beim Lesen haben sich einige von uns etwas über die Handlung gewundert. Schließlich hätten die ja auch mal mit dem Handy einen Notruf absetzen können aber okay, es spielt im Wald mit wenig Empfang und das Buch ist eben auch mittlerweile einfach vor knapp 30 Jahren geschrieben worden und da gab es nun mal noch kaum Handys.

Auch wenn das Buch wieder einmal nicht von jedem den Geschmack im Buchclub getroffen hat, ist es doch das einzige Buch bislang, dass wirklich jeder zum Zeitpunkt des Treffens zu Ende gelesen hat. Ich denke, das sagt genug, wenn nicht sogar alles, aus ;)

Übrigens ist das nächste Buch im Buchclub: Von Mäusen und Menschen von John Steinbeck

Kurze Infos zum Autor Jack Ketchum:

  • 1946 geboren
  • Pseudonym von Dallas William Mayr
  • Laut Stephen King ist „Jack Ketch“ ein Spitzname für Henker in England
  • Black Jack Ketchum ist ein Wild West Outlaw mit eigener Gang, der ironischer Weise gehängt wurde, was wiederum zu Stephen Kings „Henker-Verbindung“ passt
  • Arbeitete als Sänger, Literaturagent, Lehrer und Handlungsvertreter
  • Begann mit dem Schreiben erst mit Mitte 30
  • Einige seiner Bücher wurden verfilmt (z.B. „The Girl Next Door“)

Meine Bewertung zum Buch:

Story

Originalität

Spannung

Überraschungseffekt

Schreibstil

Weiterempfehlung

Gesamt

 

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